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Back to the roots – 10 Millionen Euro an Fördergelder retouren nach Berlin

Kommentar: „Hamburg verschenkt Millionen“ – Hamburger Abendblatt 13. November 2012 

Fast ist man schon dazu geneigt zu sagen: “The same procedure as every year, James” (Der gleiche Ablauf wie in jedem Jahr, James“- Dinner for one), äh pardon: Scheele. 10 Millionen Euro gehen vermutlich von Hamburg zurück nach Berlin. Millionen Gelder für nicht verwendete Förderung von Langzeitarbeitslosen und somit „back to the roots“.

Eine Steigerung der Förderung von 100 Prozent

Dieselbe Prozedur wie vor gut einem Jahr. Nur letztes Jahr waren es rund 20 Millionen Euro. Somit eine Steigerung der Förderung von immerhin hundert Prozent innerhalb eines Jahres.

Unter Anwendung der Ausschlusstaktik kann nun vermutet werden, dass die Arbeitsvermittler/-innen in den Jobcenter sehr fleißig am Verteilen von Bildungsmaßnahmen waren. Auch eine Steigerung von hundert Prozent. Es kann aber auch vermutet werden, dass den Vermittlern gar nicht klar war, dass Gelder zur Verfügung stehen. Eine Nachfrage bei einem Vermittler eines Jobcenters gibt Klarheit: Keine ihm bekannten Einschnitte bei der Vergabe von sogenannten Bildungsgutscheinen, sofern die zuvor geprüften Voraussetzungen gegeben waren. Gut, daran kann es also auch nicht liegen.

3082 Maßnahmen in und um Hamburg

Nächster Ausschluss: Es sind zu wenig ausreichende Maßnahmen in und um Hamburg, welche über die Jobcenter gefördert werden. Eine Recherche über das Kursportal Hamburg ergab eine Trefferquote von 3082 Maßnahmen mit Bildungsgutscheinen. Über kaufmännische Angebote, IT-Bereiche, Multimedia, Pflege und der gewerbliche Sektor wird vielfaches angeboten. Fazit: Auch daran kann es nicht liegen.

Schuld haben immer die Anderen

Dritter Ausschluss: Die Geschäftsführung der Jobcenter ist schuld. War es doch der Vorwurf 2011 des Sozialsenators Detlef Scheele (SPD) an den geschassten Geschäftsführer Thomas Bösenberg. Bösenberg ist kein Berg mehr im Jobcenter. Ergebnis: Es gibt dieses Jahr keinen Schuldigen.

Die Reduzierung der Ein-Euro-Jobs

Vierter Ausschluss: Die Ein-Euro-Jobs. Ach ja, diese gibt es ja auch noch. Waren es im Jahr 2011 noch rund 9000, sind diese um die Hälfte geschrumpft. Damit fallen Kosten für rund 4500 solcher Maßnahmen weg. Könnte eine Erklärung sein.

Die Schuldigen: Sachbearbeiter der Jobcenter

Fünfter Ausschluss: Die Sachbearbeiter der Jobcenter haben es einfach vergessen, dass eine Qualifizierung von Arbeitssuchenden vielleicht mehr Sinn macht, als eine Vermittlung in die zahlreichen Angeboten von Zeitarbeitsfirmen. Ist es doch einfacher einen Vermittlungsvorschlag für Ungelernte aus dem Haifischbecken des Niedriglohnsektors zu fischen, um dann diesen bei erfolgreicher Vermittlung als Quote zu konsolidieren. Und wie Zauberhand wird aus dem Arbeitslosen ein Vermittelter. Passiert jedoch so ganz unerwartet der Fauxpas, dann bleibt dieser Mensch Aufstocker, weil die 8,19 Euro brutto einfach für eine Familie nicht ausreichen. Nichtsdestotrotz – wusch ist er aus der Statistik. Guter Vermittler. Und gute Rechtfertigung für die Doppelung des Teams Zeitarbeit der Agentur für Arbeit. Ergebnis: Das sollte bei Bedarf mit künstlerischen Mitteln experimentell untersucht werden.

Und der Vorhang geht zu: Wir sehen uns in einem Jahr wieder! “The same procedure as every year.“

Quellen: Hamburger Abendblatt; Kursportal Hamburg

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 1. Januar 2013 von in Jobcenter und getaggt mit , , , .
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