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Beschäftigung nach Ein-Euro-Job ist vom Träger abhängig

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Nürnberg / Hamburg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg hat in einem 160 Seiten starken Gutachten (Juli 2011) nachgewiesen, dass sogenannte Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) keine größere Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt bringen. Eher wirken sie hinderlich und verbauen die Chance in die Übernahme in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Besonders die mehrfache Teilnahme an Arbeitsgelegenheiten verschlechtere die Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Arbeit. Untersucht wurden rund 6.750 Ein-Euro-Jobber und im Vergleich dazu rund 11.000 Nicht-Geförderte in Hamburg.Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass sich eine kürzere Verweildauer bis zu vier Monaten in einem Ein-Euro-Job positiver auswirkt, als eine Dauer darüber hinaus.

Die Wahl des Trägers entscheidet

Eine zusätzliche Bedeutung spielt der Maßnahmeträger. Deutlich höhere Beschäftigungschancen konnten bei ‚guten‘ Trägern ausgewertet werden, die sich an öffentlichen Interessen orientieren. Dabei wurden elf AGH-Träger mit mehr als 200 Teilnehmern bewertet. Jede fünfte Maßnahme endete regulär und ebenfalls endet jede Fünfte durch eine Arbeitsaufnahme oder durch die Aufnahme einer Weiterbildung. Überwiegend enden die Maßnahmen jedoch aufgrund von Fehlzeiten, mangelnde Motivation oder Konflikte am Arbeitsort. Knapp die Hälfte der Befragten geben an, sie hätten von sich aus in ihrem Jobcenter nach dem Ein-Euro-Job gefragt. Weitere 35 Prozent wurde die AGH durch das Jobcenter angeboten und fast jeder Fünfte wurde die Teilnahme durch die Arbeitsvermittlung verlangt.

Abbau der Ein-Euro-Jobs in Hamburg

In Hamburg werden für das Jahr 2012 rund 4500 Arbeitsgelegenheiten besetzt. Dies sind 4600 weniger als im Jahr zuvor. Sie verdienen 1,40 Euro pro Stunde bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden. Davon zahlen sie noch das Sozialticket der öffentlichen Verkehrsmittel. Teilnehmer in den Arbeitsgelegenheiten werden nicht mehr zur Arbeitslosenstatistik hinzugerechnet. Sie sind ab der Zuweisung nicht mehr arbeitslos, sondern arbeitsuchend.

Ausgehend von dieser Studie kann gesagt werden, dass die radikale Reduzierung der Ein-Euro-Jobs wohl auch aufgrund dieser Studie in Hamburg vollzogen wurde. Mag der Sinn der Arbeitsgelegenheiten auch in Frage gestellt sein, so sehen über die Hälfte der Befragten (2567) einen Vorteil eines kleinen Dazuverdienstes. Knapp 50 Prozent empfinden durch die Tätigkeit einen geregelten Tagesablauf; und ein Viertel erfährt eine größere Lebenszufriedenheit. Nur rund 8 Prozent sagen aus, dass sie keine Vorteile durch den Ein-Euro-Job haben.

Das Jobcenter und die Träger stehen in der Verantwortung

Berücksichtigt werden sollten jedoch die Fähigkeiten eines Arbeitsuchenden, um diesen in eine sinnvolle Maßnahme zu melden. Dabei sind sowohl die Jobcenter als auch die Träger dazu aufgerufen, entsprechende Maßnahmen zu erstellen und die entsprechende Zuweisung zu erzeugen. Es sollte darauf geachtet werden, welches Gewicht Trägerinteressen bei den Auswahl- und Besetzungsprozessen haben.

Quelle: IAB Studie Juli 2011 – 20/11 – Bundesagentur für Arbeit

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Januar 2013 von in Jobcenter und getaggt mit , , , , .
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