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Ein-Euro-Jobs bringen keine Beschäftigung

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Eine neue Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW – 2010) bringt es auf den Punkt: Hartz-4-Empfänger, die einen sogenannten Ein-Euro-Job ausüben, kommen nach einem Jahr seltener in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als vergleichbare Langzeitarbeitslose ohne einen Ein-Euro-Job.

Die bundesweite Studie vergleicht die Erwerbsverläufe von 160.000 Hartz-4-Empfängern im Altern von 18 bis 57 Jahren, die 2006 neu Arbeitslosengeld II bezogen. Die Forscher errechneten, wie viele Personen, die in den ersten vier Monaten einen Ein-Euro-Job annehmen und zwölf Monate später sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Dabei vergleichen sie die Ergebnisse mit Langzeitarbeitslosen, die keiner Arbeitsgelegenheit (Ein-Euro-Job) nachgegangen sind.

Ergebnis: Migranten im Nachteil

Das Ergebnis stellt den Nachteil der Ein-Euro-Jobber bei der regulären Beschäftigung bundesweit dar. So ist es auffällig, dass bei männlichen Langzeitarbeitslosen mit einem Migrationshintergrund die Übernahme in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, ein Jahr nach Beginn des Ein-Euro-Jobs, 3,1 Prozentpunkte niedriger ist, als bei Langzeitarbeitslosen ohne Migrationshintergrund. Bei den Frauen liegt der Anteil bei 0,9 Prozentpunkten.

Im Jahr 2006 waren mehr als 34 Prozent der Hartz-4-Empfänger Migranten. 

Insbesondere stellen die Arbeitsgelegenheiten bei einer Zuweisung zwischen dem vierten und dem sechsten Monat der Arbeitslosigkeit einen Nachteil dar. Klare Gründe für die Benachteiligung der Ein-Euro-Jobber können jedoch auch nach der Studie nicht genannt werden. Vermutet werden kann, dass Zugewiesene sich weniger bewerben, wenn sie sich in einer Arbeitsgelegenheit befinden. Vermutet werden kann aber auch, dass die Ein-Euro-Jobs an den Qualifikationen für den ersten Arbeitsmarkt vorbeilaufen. Denkbar ist, dass die Arbeitgeber den Ein-Euro-Job als mangelnde Motivation für eine Beschäftigung sehen und so von vornherein die Langzeitarbeitslosen stigmatisieren.

Aus der positiven Sicht kann auch die steigende Bewerbungsaktivität der Arbeitsuchenden gesehen werden, um den unattraktiven Ein-Euro-Jobs aus dem Weg zu gehen. Somit kann ein indirekter Erfolg der Ein-Euro-Jobs gemessen werden.

Zur Studie …

Ein-Euro-Jobs sind ein häufig eingesetztes Instrument, um Langzeitarbeitslose zu aktivieren. So waren im Jahr 2010 rund 660.400 Eintritte zu verzeichnen. Im März 2012 sind bisher rund 125.000 Eintritte bekannt (Quelle: www.arbeitsagentur.de). Der durchschnittliche Verdienst liegt bei 1,40 Euro / Stunde. Vorrangiges Ziel ist die Heranführung an den ersten Arbeitsmarkt oder die Erlangung der Reife für eine Ausbildung bei den Arbeitslosen bis 25 Jahren.

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Januar 2013 von in Jobcenter und getaggt mit , , , , .
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