ingehannemann

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Wie schreibe ich eine Rezension?

 

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Wie wird eine Rezension geschrieben?

Wird eine Sache vorgestellt und gleichzeitig bewertet oder beurteilt, spricht man von einer Kritik. Diese stellt einen direkten Nutzwert für den Leser da: Soll ich das Buch kaufen? Soll ich mir den Film oder das Theaterstück ansehen? Lohnt sich der Weg zum Konzert?

Der Schreiber einer Kritik, bei einer Buchkritik wird von Rezension gesprochen, trägt eine große Verantwortung. Neben dem Wissen des richtigen Aufbaus einer Rezension muss er gleichzeitig auch ein Experte sein. Ein Experte mit Fachkompetenz über das Buch, dem Theaterstück oder der Kunst. Mit Lobreden oder Verriss kann er Karrieren fördern oder behindern – auch bei sich selbst. Je nachdem, ob er ein gutes Urteilsvermögen oder Voreingenommenheit besitzt. Zwischen den einzelnen Kritiktypen sind unterschiedlichste Stiltypen gefordert. Eine Kritik über einen Kinofilm, einer Oper wird anders gestaltet als eine Rezension über ein Buch. Kinofilmkritiken können eher populärer, bissig oder polemisch gestaltet sein, als eine Kritik über eine Oper. Diese werden häufig in ihrem Fachjargon mit gespreiztem Sprachstil geschrieben.

Was ist nun bei einer Buchrezension zu beachten?

Die Rezension ist ein Gemisch aus Berichterstattung und Meinungsäußerung. Sie soll auf der einen Seite ein künstlerisches Werk beschreiben und analysieren (Bericht). Auf der anderen Seite wollen die Leser eine handfeste Entscheidung für das Buch. Dieses stellt die subjektive Meinungsäußerung mit einem Nutzwert für den Leser da.

Der Nutzen für den Leser lässt sich in folgenden Punkten darstellen:

  • Die Kritik bietet Informationen
  • Die Kritik richtet sich nach professionellen journalistischen Maßstäben
  • Die Kritik enthält Sachargumente
  • Die Kritik schreibt unbeeinflusst von Interessen Dritter
  • Die Kritik vermeidet Beleidigungen und Überspitzungen
  • Die Kritik diffamiert nicht

Das Besondere liegt darin, dass es nicht nötig ist, Informationen und Kommentare zu trennen. Somit können Sachinformationen und Kommentare ein Wechselspiel sein. Dabei sollte eine präzise knappe Würdigung des Werkes und der Stärken herausgearbeitet werden. Schwächen dürfen dabei genauso erwähnt werden. Und hier kommen die Fachkenntnisse an die Oberfläche. Das Verstehen der Literatur, des Autors und des Themas sind wichtige Voraussetzungen.

Welche Hilfen sind dafür vorhanden?

Von der Selbstverständlichkeit, dass das Buch gelesen ist, gehe ich aus. Zitate, Stichworte mit Seitenzahlen, Wortspiele und Metaphern, welche für die Kritik sinnvoll sind, empfiehlt es sich beim Lesen mit Seitenzahlen zu notieren. Namen der Hauptpersonen, den Ort des Geschehens, Zeitraum der Handlung, historische Bezüge, Unklarheiten oder auch ersichtliche Fehler werden ebenfalls notiert. Vorsicht bei Zitaten: Sie dürfen nur im geringen Maße und mit der genauen Angabe der Quelle wiedergegeben werden. Ein interessanter und informativer Bericht zeigt sich im Wechselspiel von direkter und indirekter Rede. Kurze Sätze wechseln mit längeren Sätzen. Der Leser sollte in das Geschehen hinein genommen werden. Allerdings verzichtet ein Bericht auf ausschweifende Worte wie Umschreibendes. Das ist der Reportage vorbehalten.

Informationen über den Autor zu sammeln ist nicht weiter schwer. Dazu eignen sich zunächst der Klapptext im Buch, Verlagsinformationen sowie vorhandene Rezensionen. Was hat er bereits veröffentlicht? Über welche Themen hat er bisher geschrieben? Welche literarische Form liegt vor? Ist das Thema des Buches typisch für den Autor?

Informationen über das Thema finden sich in zahlreichen Suchmaschinen wie in Google (Google – Scholar), Metager oder Askboth. Lexika oder Fachbücher als Sekundärliteratur bieten ebenso Hilfe an.

Eine gute Rezension

  • hält sich an die Publikation (Genres) wie Fachjournalismus, Lokalredaktion, überregionale Zeitungen wie die FAZ, Süddeutsche; Blog, Boulevard – Wer sind die Leser? Welcher Stil ist bevorzugt?
  • stellt das Ungewöhnliche und das Allgemeine heraus (Inhalt – was passiert?; Thema – um was geht es?; Fakten)
  • bezieht eine klare Stellung / Haltung zum Gegenstand der Kritik (subjektive, durch Fachwissen unterstützende Bewertung)
  • beinhaltet ein Fazit, eine abschließende Meinung (diese darf subjektiv sein – jedoch ohne Schmähkritik (Beleidigung)

Und wie sagte schon bereits der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki:

„Die Kritik wirkt, wenn sie redet, und sie wirkt, wenn sie schweigt“.


 

 

 

 

 

Urheberrecht: Inge Hannemann; Quellen: FJS, Journalismus für Dummies; Bild: Flickr

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Januar 2013 von in Rezensionen und getaggt mit , .
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