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Journalismus im Internet – Studie

Wie stellt sich die Identität und Qualität des Journalismus im Internet aus der Sicht des Nutzers da? Eines ist klar: Nicht jeder Schreiber im Internet ist automatisch ein Journalist.

Eine durchgeführte Studie mit 1000 Internetnutzern gibt Klarheit.

Die Studie

Die Studie durch das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Deutschen Fachjournalisten-Verband AG Berlin untersuchte Identität und Qualität des Journalismus im Internet aus Nutzersicht.

Die Grundidee

Ausgehend aus der Grundüberlegung, dass es dem Internetnutzer schwerfällt aus der Vielfalt der Informationen zwischen Journalismus und anderen Angeboten zu unterscheiden, wurde diese Studie durchgeführt. Befragt wurden 1000 Nutzer, in der Zeit von Januar bis März 2011 über ein Onlineportal. Für die Durchführung war das Kölner Markt- und Medienforschungsinstitut RESULT verantwortlich. Die Befragten wurden anhand ihres Alters, Geschlechts und Bildungsgrad entsprechend der Verteilung in der Gesamtheit der Internetnutzer ausgewählt und gewichtet.

Welche Fragen stellen sich?

Die Frage stellt sich dahingehend, was von den Lesern im Internet als Journalismus gesehen wird. Das Angebot und die Vielfältigkeit des Internets lassen die Fragen offen, wie die Nutzer die Identität und Qualität des Journalismus im Internet einschätzen und bewerten. Was bedeutet „journalistisch“? Welche Erwartungen sind damit verknüpft? Welche Websites werden als „journalistisch“ gesehen? Und wo ergänzen sich professioneller Journalismus, Social Media und technische Suchhilfen?

Die Erwartungen

Eigenschaften wie Glaubwürdigkeit (93%), Themenkompetenz (90%) und Sachlichkeit (89%) stellten eine Gruppe da. Unabhängigkeit (87%), persönliche Ansichten eines Autors (33%) und aufkommende Diskussionen, Kommentare (58%) aufgrund eines Artikels waren die persönlichen Erwartungen. Unterschieden wurde hier zwischen „sehr wichtig“ bis „wichtig“ innerhalb einer 5-stufigen Skala.

Die persönlichen Ansichten und Diskussionen stellen zwei typische Merkmale von Social Media da. Somit stellt dieses Ergebnis keine große Differenzierung zu den Erwartungen des Journalismus in den Printmedien ab. Die Ansprüche unterscheiden sich insofern, dass jüngere Nutzer geringere Ansprüche an den Journalismus im Internet als ältere haben.

in Prozent Eigenschaften pers. Erwartungen
Glaubwürdigkeit 93,0
Themenkompentenz 90,0
Sachlichkeit 89,0
Unabhängigkeit 87,0
pers. Ansichten Autor 33,0
Diskussionen 58,0

Was rechneten die Nutzer zum Journalismus? Untersucht wurden Formate und Einzelangebote innerhalb einer 5-stufigen Skala über 1 = Trifft voll und ganz zu bis 5 = Trifft gar nicht zu.

Internetangebote von Zeitungen und Zeitschriften (71%), Fernsehen und Radio (57%) sowie Portale mit Nachrichten (56%) liegen damit im Bereich von über 50 Prozent. Nachrichten-Suchmaschinen ohne eigene Internetangebote liegen mit 48% noch im oberen Bereich. Erst dann folgen Wikipedia (34%) und Nachrichten-Beteiligungsplattformen mit 32 Prozent. Klassische Weblogs (19%) Videoportale (15%), soziale Netzwerke (16%) und Twitter (14%) sind wohl aufgrund ihrer Vielfalt an Angeboten, schwerer als journalistisch einzustufen. Journalistische Relevanz scheint hier schwerer einzuordnen zu sein und zu finden. Vielleser von Tageszeitungen hatten hier eine geringere Mühe redaktionelle Inhalte zu finden. Dabei scheint eine große Medienerfahrung von Vorteil zu sein.

in Prozent / Mittelwert 1-5 (= trifft gar nicht zu) Formate – Einzelangebote
Zeitungen und Zeitschriften 71,3 / 2,1
TV und Radio 57,1 / 2,4
Portale mit Nachrichten 55,8 / 2,4
Nachrichten-Suchmaschinen 47,8 / 2,7
Wikepedia 33,8 / 3,0
Nachrichten-Beteiligungsplattformen 32,1 / 3,0
Weblogs 19,2 / 3,4
Videoportale 15,3 / 3,7
Soziale Netzwerke 16,3 / 3,8
TWITTER 13,7 / 3,8

Gezielte Suche nach Informationen

Wird nach gezielten Informationen gesucht, steht Wikipedia mit 58 Prozent und Nachrichten-Suchmaschinen mit 51 Prozent weit vorne. Um sich über spezifische Themen zu informieren, liegen ebenso Wikipedia mit 57 Prozent und die Nachrichten-Suchmaschinen (41%) vorne. Internetangebote von Zeitungen und Zeitschriften folgen mit 32 Prozent. Social Media, wie Weblogs, Videoportale und Twitter liegen mit einem Schnitt von rund 10 Prozent weit abgeschlagen. Das heißt, Social Media wird eher zum gegenseitigen Austausch und zur Beziehungspflege in Anspruch genommen.

in Prozent gezielte Informationen spezifische Informationen
Wikipedia 58,2 57,0
Nachrichten-Suchmaschinen 50,6 40,9
Zeitungen und Zeitschriften 23,8 32,1
Weblogs 9,1 13,3
Videoportale 7,6 9,9
TWITTER 8,5 9,5

Zwischenergebnis

Auch im Internet wird der Anspruch eines professionellen Journalismus vonseiten der Nutzer erwartet und gesucht. Dieses bezieht sich hauptsächlich auf die Übertragung von hochwertigen Nachrichten im Inland, Ausland und der eigenen Region. Dafür werden gerne die Websites der Nachrichtenagenturen als auch der heimischen Zeitungsanbieter verwendet. Anhand der Ergebnisse konnte der Journalismus diese bisherigen Stärken auf das Internet erfolgreich anwenden.

Werden gezielte Informationen gesucht, wird gerne auf andere Plattformen ausgewichen. Das zufällige Finden von interessanten Themen ist dabei inbegriffen.

Der Journalismus als Moderator

Auf die Frage hin, ob der Journalismus noch mehr die Funktion als Moderator im Internet übernehmen sollte, bejahten diese noch immerhin 45 Prozent. Sie erwarten, dass der Journalismus im Internet öffentliche Diskussionen anstösst und moderiert, weil niemand anderes die Aufgabe übernehmen kann.

Ein Drittel der Befragten fällt es schwer, die Qualität der Informationen richtig einzuschätzen. Aus diesem Grund sind 66 Prozent der Meinung, dass auch im Internet Berufsjournalisten eingesetzt werden sollten. Nur sie verfügen über die notwendige Kompetenz. Dabei scheint nicht die hohe Anzahl der Amateure das wesentliche Problem zu sein. Die große Vielfältigkeit der Angebote, kostenlose Verfügbarkeit und die Überfülle an Informationen führen zu einer schwachen Bindung an eine bestimmte Website oder Angebote. Warum Zahlungsbereitschaft zeigen, wenn genügend Angebote kostenlos im Netz zu erhalten sind? Von den Befragten lehnten 61 Prozent das Bezahlen für Informationen im Internet ab.

Ein Drittel der Befragten fällt es schwer, die Qualität der Informationen richtig einzuschätzen. Aus diesem Grund sind 66 Prozent der Meinung, dass auch im Internet Berufsjournalisten eingesetzt werden sollten. Nur sie verfügen über die notwendige Kompetenz. Dabei scheint nicht die hohe Anzahl der Amateure das wesentliche Problem zu sein. Die große Vielfältigkeit der Angebote, kostenlose Verfügbarkeit und die Überfülle an Informationen führen zu einer schwachen Bindung an eine bestimmte Website oder Angebote. Warum Zahlungsbereitschaft zeigen, wenn genügend Angebote kostenlos im Netz zu erhalten sind? Von den Befragten lehnten 61 Prozent das Bezahlen für Informationen im Internet ab.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Presse und Rundfunk eine hohe Wertschätzung im Internet genießen. Sachliche Informationen, Quellentransparenz, Glaubwürdigkeit, Aktualität, Kompetenz und Relevanz zeichnen sich aus. Den Befragten fällt es jedoch schwer, im Internet zu entscheiden, ob bestimmte Angebote zum Journalismus gehören oder nicht. Social Media, wie Weblogs wird dabei nicht die Fähigkeit abgesprochen hochwertige Inhalte zu produzieren. Dennoch werden sie eher der Unterhaltung, Diskussion und Beziehungspflege zugewiesen. Von einer Konkurrenz kann nicht ausgegangen werden. Eher ergänzen sie sich für den Nutzer und den Leser.

Das Google Ranking

Wie sieht und bewertet Google das Auftreten der einzelnen Angebote? Bekannt ist, dass Google gerne nach dem PageRanking bewertet. PageRanking aus der Sicht des Nutzens, die Häufigkeit der Verlinkung von fremden Seiten auf die Ursprungsseite sowie die Aktivität der Diskussionen. Die Bewertung und Gewichtung wird anhand eines PageRank-Algorithmus berechnet. Alsalleiniges Bewertungskriterium sollte es jedoch nicht gesehen werden. Pagewizz hat dabei ein Ranking von 5, Suite101 ein Ranking von 7 und Pageballs 4. Ab einem Ranking von 4 kann die Website als gut bezeichnet werden. Je höher das Ranking, umso mehr die Gewichtung vonseiten Google und deren Platzierung in ihrer Suchmaschine. Weitere Informationen finden sich unterhttp://pr.efactory.de/d-index.shtml.

Quellen: Auswertungen DFJV 03/11, www.gaijin.atwww.seo-ranking-tools.de

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Februar 2013 von in Journalismus und getaggt mit , , .
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